Roland ReitbauerSeit 1991 begleitete Roland Reiterbauer aktiv die Amstetten Thunder. Von 1991 bis 2000 hat er selber gespielt. Seit fast 20 Jahren war er Präsident der Amstetten Thunder und tritt nun in den wohlverdienten Football-Ruhestand.

8 Jahre setzte er sich der Doppelbelastung als Spieler und Präsident aus. Diese Zeit bezeichnet er selbst als nicht immer einfach. „Auf der einen Seite Spieler zu sein und auf den Trainer zu hören, auf der anderen Seite als Präsident auch die Macht zu haben den Trainier zu feuern war immer eine emotionale Gratwanderung.“

Der Einzug in die Silver Bowl IV im Jahre 2001 und nach dem Abstieg in die dritte Spielklasse die gewonnene Challenge Bowl im Jahr 2010 zählen zu seinen größten Erfolgen. Roland Reitbauer selber möchte aber keinen Erfolg besonders hervorheben und erinnert sich viel lieber an anstrengende Autofahrten nach Udine, Triest und Vorarlberg.

hansi-gerhard-roland

Im Bild: links Johann Wieser, rechts Roland Reitbauer

In all den Jahren sind ihm zwei Menschen ganz besonders ans Herz gewachsen. Zum einen sein Schwager Johann Wieser, der ihn auch zum Football gebracht hat. Mit Johann hat er sich nicht nur so manche lange Nacht um die Ohren geschlagen, sondern auch viele Stunden mit Football verbracht, oft gelacht, aber auch oft geweint. Die zweite Person ist Manfred Hürner, der auch lange als sein Vize-Präsident tätig war. „Wir haben sehr oft im Doppelzimmer bei diversen Verbandssitzungen übernachtet und sehr viele Stunden gemeinsam im Auto zu den Sitzungen verbracht.“

Besonders gefreut hatte sich Roland als er Manfred Hürner, Johann Wieser und Hannes Schuller mit dem Ehrenring in Gold auszeichnen durfte.

Manfred Hürner war es auch, der uns eine Geschichte, die vor allem bei den alten Football-Hasen noch immer für Gelächter sorgt und Roland bis heute nachhängt, anvertraute. Roland Reitbauer war in einem Spiel gegen die Stonefield Bulldogs das ca. im Jahre 1996 stattfand als Free Saftey am Feld. Er platzierte sich ständig viel zu weit vorne. Die Gegner versuchten mit Laufspielzügen in die Endzone zu gelangen und so blieb Rolands falsche Aufstellung lange Zeit ohne Folgen. Der damalige Defensekapitän Manfred Hürner hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache und versuchte mehrmals Roland dazu zu bewegen sich weiter hinten aufzustellen, befürchtete er doch einen langen Pass. Das unvermeidliche geschah und ein langer Pass führte schließlich zu einem Touchdown. Roland stand völlig verwundert und überrascht am Feld und kommentierte den Spielzug mit: „Ich hab gar nicht geglaubt, dass die so weit passen können.“

Auch Andreas Tatarski erinnert sich gerne an die gemeinsame Zeit mit Roland Reitbauer zurück und hat uns ebenfalls eine kleine Anekdote erzählt. „Roland hatte die Angewohnheit gerne beim Warm Up vor dem Spiel in der Coaching Box Zigaretten rauchend etwas nervös umher zu laufen“, berichtete Tatarski. Eines Tages machte Tatarski, der selber bekennender Nikotin-Junkie ist, Roland darauf aufmerksam, dass in der Coaching Box laut NCAA-Regeln das Rauchen nicht erlaubt ist. Roland verließ daraufhin wortlos die Choaching Box. Das Spiel verlief nicht wie gewünscht und so verspürte Tatarski in der Halbzeit den dringenden Wunsch nach einer Zigarette. Er ging zu Roland und bat ihm um ein paar Züge. Grinsend verweigerte Roland diese Bitte mit einem Hinweis auf die NCAA-Regeln.

Roland Reitbauer mit der Nummer 46

Roland Reitbauer mit der Nummer 46

In seiner Karriere als Spieler gelang Roland Reitbauer ein einziger Touchdown an den er sich noch heute gerne erinnert. Bei einem Spiel gegen die Steelers in Linz lagen damals noch die Amstetten Thunderbolts mit mindestens drei Touchdowns in Führung. Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen und so durfte Roland als gelernter Cornerback auch einmal Runningback spielen. Beim ersten Spielzug ging die Offense Line einfach zur Seite und Roland musste einen Mörder-Hit einstecken. Im Huddle haben anschließend alle gelacht und gefragt ob es ihm eh gut geht. Als Entschuldigung blockten sie beim nächsten Spielzug ein wahres Scheunentor auf und Roland Reitbauer konnte in die Endzone laufen.

Roland Reitbauer ist sich sicher mit Matthias Mairhofer einen guten Nachfolger gefunden zu haben. „Ich war genauso ein Fanatiker wie er. Solche Personen braucht der Verein, nur dann geht etwas weiter. Auch Matthias wird sich die spitzen Hörner etwas abschleifen. Meine sind mittlerweile schon rund geworden, aber der Verein braucht wieder spitze Hörner. Er ist ja auch nicht alleine. Matthias hat einen guten Vorstand mit Leuten, die schon Erfahrung haben und neuen Quereinsteigern, die junge frische Ideen in den Verein bringen hinter sich“, weiß Roland Reitbauer den Verein in guten Händen.

Roland Reitbauer in jungen Jahren

Roland Reitbauer in jungen Jahren

Ganz müssen die Amstetten Thunder in Zukunft nicht auf Roland Reitbauer verzichten. „Nach 20 Jahren geht man nicht einfach so.“ Und so werden wir ihn weiterhin bei den Heimspielen und möglicherweise auch bei dem ein oder anderen Auswärtsspiel an unserer Seite wissen.

Zu guter Letzt bleibt nur noch, Roland noch einmal für all seine Arbeit und alles was er für den Verein getan hat zu danken und ihm viel Glück für die Zukunft zu wünschen.