Leichtathletik & American Football – eine fruchtbare Kombination

Als Leichtathlet ist Jonathan Hofer Sport bereits seit langem eine große Leidenschaft. Diese Saison wird er seine erste American Football Saison bestreiten. Nicht nur als Spieler ist sich Jonathan mit seiner disziplinierten Arbeitsweise in der Offseason bei den Wienerwald Amstetten Thunder bereits profiliert. Denn auch den American Football Übungsleiterkurs hat er bereits erfolgreich absolviert. Grund genug uns Jonathan Hofer einmal etwas genauer anzusehen und ihm zum Interview zu bitten.
1. Du kommst vom Laufen. Welche Erfolge hast du dort, bis jetzt vorzuweisen?
Erfolge konnte ich vor allem bei Landesmeisterschaften feiern, bei denen ich viele Medaillen und Platzierungen sammeln konnte, bei Staatsmeisterschaften hat es dann leider nie gereicht um auf das Podest zu kommen, auch weil ich in meiner Disziplin den 400 Metern Hürden sehr starke Konkurrenz in meinem Jahrgang hatte.
2. Wie bist du auf Idee gekommen nun zum American Football zu wechseln und woher kam dann direkt die Motivation neben dem aktiven Spielen auch den Übungsleiterkurs zu machen? 
Da ich mit 18 Jahren für ein Jahr zum Bundesheer gegangen bin und dadurch in ganz Österreich unterwegs war, konnte ich nicht mehr Leichtathletik trainieren. Nach dem Abrüsten kam ich nach und nach zum Entschluss dass ich wieder meine Fähigkeiten zum Einsatz bringen will.
Für American Football habe ich mich schon immer interessiert, da allerdings die österreichische  Footballsaison 2018 zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange war, wollte ich noch bis zum Saisonende warten und dann einsteigen, da habe ich allerdings noch nicht damit gerechnet dass die Jungs in die AFL aufsteigen.
Zum Übungsleiterkurs bin ich gekommen, als mich Joachim Bürger kontaktierte, da er wusste dass ich bereits die Ausbildung zum staatlich geprüften Sportinstruktor genießen durfte. Da habe ich nicht lange gezögert und die Gelegenheit ergriffen um mich weiterzubilden, auch weil der Verein so großzügig war die Kosten für die Ausbildung zu übernehmen.
3. Wie sieht es mit dem LCA aus? Hast du deine Karriere dort ruhend gestellt oder funktioniert beides parallel? 
Nein, ich habe nicht vor jemals meine Spikes an den Nagel zu hängen, da ich dem LCA und meinen Trainern dort sehr viel zu verdanken habe. Ohne meine Vorgeschichte in der Leichtathletik wäre ich definitiv nicht der Athlet, der ich jetzt bin und möglicherweise nicht in der Lage American Football auszuüben.
Deshalb werde ich dem LCA immer bereitstehen, wenn beispielsweise meine Sprintfähigkeiten in einer Staffel benötigt werden. Auch persönlich habe ich vor nach der Footballsaison an Wettkämpfen teilzunehmen. Einerseits um zu testen, wo ich leistungstechnisch stehe, wo meine Stärken sind und an was ich noch arbeiten muss. Andererseits weil ohnehin viele Fähigkeiten der Leichtathletik auf American Football übertragbar und sogar elementar sind, um ein besserer Spieler zu werden. An erster Stelle steht allerdings ohne Zweifel der Football.
Überungsleiter Jonathan Hofer
4. Erzähl uns doch bitte was der Football Übungsleiterkurs ist? Was lernt man dort und wie sieht die Abschlussprüfung aus?
Der Übungsleiterkurs hat den Sinn Basiskenntnisse in Sachen Trainingslehre und Methodik in Kombination mit Football zu lehren. Das nehmen die Teilnehmer mit in die Vereine, um eine gute Grundlage zu schaffen auf dem der österreichische Football aufbauen und wachsen kann.
Der Kurs findet an insgesamt drei Wochenenden statt, wobei eines davon das Prüfungswochenende ist. Normalerweise wechseln sich Theorieeinheiten mit praktischen ab, in denen dann das theoretisch gelernte angewandt wird. Zum Abschluss des Kurses gibt es dann drei Prüfungen, eine zum Thema Trainingslehre, eine über Methodik und dann den Lehrauftritt.
5. Ist es möglich den Übungsleiterkurs vor seiner ersten aktiven Saison zu machen und warum hast du diesen Weg gewählt?
Es ist definitiv möglich. Das footballspezifische Wissen das beim Übungsleiterkurs behandelt wird, wusste ich schon da mir das beim Verein schon längst beigebracht worden ist. Der Rest ist auch dann das geringere Problem, für jemanden ohne Vorerfahrung auf dem Gebiet Trainingslehre mag es zwar etwas viel sein, allerdings fährt man ja auf Kurs um neues zu lernen, andere Eindrücke zu bekommen und seinen Horizont zu erweitern, das sind auch die Gründe wieso ich mich dafür entschieden habe, auch wenn ich schon viel von dem gelernten wusste.
6. Was war dein größtes Learning des Kurses und wie wirst du das Gelernte nun einbringen? 
Profitieren konnte ich vor allem von den Praxiseinheiten in denen Spielformen zum Entwickeln der sportmotorischen Fähigkeiten vorgestellt wurden, da es sehr wichtig ist im Kinder- und Jugendtraining spielerisch zu arbeiten und den Spaß am Training in den Vordergrund zu stellen. Wie ich das jetzt im Verein einbringen werde wird gerade besprochen.
7. Welche sportlichen Ziele hast du dir für 2019 gesetzt?
Meine sportlichen Ziele sind natürlich mich individuell als Athlet zu verbessern. Am Footballfeld will ich zeigen, was ich kann und mit guten Leistungen dem Team helfen und mir mehr Minuten am Feld verschaffen. Abseits vom Feld bin ich täglich drauf und dran mein Footballwissen zu erweitern.
Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen dir eine erfolgreiche erste Saison bei den Wienerwald Amstetten Thunder.